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Denkmal des Monats Januar 2009

Vom LWL ausgezeichnet als Denkmal Januar 2009

Der Landschaftverband Westfalen-Lippe (LWL) hat die Christuskirche zum Denkmal des Monats Januar 2009 gewählt. Diese Auszeichnung wird vom LWL seit ca. 1999 für besondere Denkmäler der Region Westfalen-Lippe vergeben. Für Lünen ist es in diesem Zeitraum die erste Auszeichnung.
Die Begründung des LWL-Denkmalpflegers Dr. Ulrich Reinke kann hier [9 KB] nachgelesen werden.

Innenraum Oktober 2009

Die Christuskirche zu Lünen-Horstmar ist bis Ende Oktober 2009 geschlossen. Gottesdienste feiert die Ev. Kirchengemeinde ab Sonntag in dieser Zeit im Gemeindehaus, Preußenstr. 170.
Die Schließung ist notwendig, um die bei der Kuppelsanierung entstandenen Schäden am Putz der Kuppel zu beheben. Anfang Oktober wurde die Orgel eingehaust, um Staubablagerungen in den Pfeifen und im Spielwerk zu verhindern. Die Kirche wurde so von innen eingerüstet, dass unter der Kuppel ein Boden eingezogen wurde. Ein fahrbares Gerüst ermöglicht es den Handwerken, den gesamten Putz der Kuppel zu prüfen und auszubessern. Anschließend erhält die Kuppel einen neuen Anstrich. Diese Arbeiten sollen in den nächsten beiden Wochen (Herbstferien) erledigt sein. Dann kann das Gerüst in der letzten Oktoberwoche wieder abgebaut werden. Mit dieser Maßnahme ist die Sanierung der Kuppel abgeschlossen.
Der Gottesdienst zum Gedenken der Reformation soll am Sonntag, den 1. November wieder in der Kirche stattfinden.

Eingangs- und Kuppelsanierung 2007-2009

Die Säulen im Eingangsbereich, das Fundament und die Kuppel mussten aus statischen Gründen dringend saniert werden, um Gefahr von den Besuchern der Kirche abzuwenden. Dadurch verschiebt sich die geplante Sanierung der Fassade nach hinten. Die Sanierung der Säulen und des Fundaments erfolgten 2007.
Im November 2008 begann die Sanierung der Kuppel. Nach der feiertags- und kältebedingten Unterbrechung der Sanierungsarbeiten Ende Dezember wurden die Arbeiten Mitte Januar 2009 wieder aufgenommen. Die Schäden am Holzwerk erwiesen sich als äußerst gravierend. Die mit den Sanierungsaufgaben betreute Firma Tietz erneuert und verstärkt nicht nur die Holzkonstruktion, sondern setzt darüber hinaus ein Stahlgerüst ein, so dass die Kuppelaufhängung und der Dachstuhl langfristig stabilisiert werden und statisch sicher sind. Trotz des höheren Aufwandes und der damit gestiegenen Kosten bleiben die Gesamtkosten aller Wahrscheinlichkeit nach in dem bisher vorgesehenen Rahmen von ca. 200.000 Euro für die gesamte Maßnahme.
Parallel zu diesen Arbeiten werden am Turm der Christuskirche weitere Maßnahmen durchgeführt, die in der Summe enthalten sind: ein Teil des Innenputzes wird erneut, um die Feuchtigkeit im Mauerwerk einzudämmen. Um die Orgel vor dem entstehenden Staub zu schonen, musste sie eingehaust, d.h. mit Folie umwickelt werden und kann deshalb für eine Weile nicht genutzt werden.
Die Fugenerneuerung zwischen dem Sandsteingemäuer im unteren Bereich des Turmes wird bei etwas milderem Wetter fortgeführt. Die folgenden Bilder belegen die Renovierungsarbeiten und die Schäden.

Klicken Sie hier, um zur Galerie zu gelangen.

Turmrenovierung 2001/03

2001-2003 musste die Außenhaut des Kirchturms erneuert werden. Die Schäden waren gravierend. Durch verschiedene Schwierigkeiten (Denkmalschutz, bautechnische Gutachten und Finanzierung) war der Turm mehr als eineinhalb Jahre eingerüstet und das Glockengeläut eingestellt. Ein Teil der Kosten konnte durch Spenden aufgebracht werden.

Innensanierung 1986/87

1986-87 wurde die Christuskirche von innen grundlegend renoviert, Architekt war damals Herr Sunder-Plassmann aus Münster. In diesem Zusammenhang sind auch die Altarfenster, die nach dem II. Weltkrieg provisorisch durch einfarbiges Glas ersetzt worden waren, restauriert worden und dem ursprünglichen Entwurf nachempfunden. Seitdem schaut die Gemeinde wieder auf die Einsetzung des Heiligen Abendmahls.
Kuriosum des Horstmarer Entwurfes: Anders als im biblischen Text fehlt im Altarbild der Kirche Judas, der Jünger, der Jesus verraten hat. Sein Platz ist frei und lädt zum Nachdenken ein. Dieses Konzept ist in der hiesigen Gegen einmalig.
Der ursprüngliche Plan sah vor, auch die Seitenfenster zu restaurieren. Bisher fehlen dazu allerdings die finanziellen Mittel.

Glasfenster Chorraum

Ursprünglich: 1913 Fa. Warnecke
1944/45: Zerstörung bei Bombenangriff–Ersatz durch einfaches strukturiertes Glas (entsprechend der Seitenfenster)
1987: Im Zuge der Innenraumsanierung wird der Chorraum im Sinne der Denkmalpflege rekonstruiert. In diesem Zusammenhang auch Rekonstruktion der Altarfenster auf der Grundlage des vorhandenen Fotomaterials durch die Fa. Otto Peters (Soest).
Hier eine Seite der Stiftung "Forschungsstelle Glasmalerei des 20. Jahrhunderts e.V."

Motiv

Das Altarfenster zeigt die an Leonardo Da Vincis berühmtes Abendmahlsbild angelehnte Szene des letzten Mahles Jesu mit seinen Jüngern.
Doch weicht die Darstellung an einem wesentlichen Punkt sowohl von da Vincis als auch von der biblischen Vorgabe ab: Nicht 12, sondern lediglich 11 Jünger nehmen an der Abendmahlsgemeinschaft mit Jesus teil.
1 Schemel ist leer. Er ist mitten ins Bild vor den Tisch gerückt – Jesus gegenüber. Es ist – so die Deutung – die Einladung an die Gemeinde, Platz am Tisch des Herrn einzunehmen. Damit werden in der künstlerischen Darstellung die historische und biblische Einsetzung des Abendmahls mit der gegenwärtigen Abendmahlspraxis verbunden: Die Gemeinde feiert in dieser langen Tradition heute ihre Gemeinschaft mit Christus.
Die künstlerische Darstellung ist allerdings nicht unproblematisch. Denn für die Gemeinde musste Judas den Platz räumen. Der „Verräter“ wird aus der Abendmahlsgemeinschaft ausgeschlossen. Dabei gehört es zu den Essentials der biblischen Überlieferung, dass Jesus zwar weiß, dass Judas ihn an die Priester überliefern wird und dies auch im Kreis der Jünger ausspricht, ihn aber trotzdem teilnehmen lässt am Abendmahl und eben nicht wartet, bis Judas weggegangen ist. Es weist auf den Aspekt von Vergebung und Versöhnung, die beide wesentlich zum Abendmahl gehören.
In diesem Fensterbild nimmt die Gemeinde den Platz des Judas ein. Leider ist nicht bekannt, welche Gedanken die Künstlerin bewegt haben. So lässt sich trefflich philosophieren:Ist die Gemeinde besser als Judas und darf deshalb seinen Platz im Jüngerkreis annehmen? Dies wäre hochmütig und ließe sich mit der biblischen Tradition nicht gut vereinbaren.Darf die Gemeinde diesen Platz einnehmen, obwohl sie nicht besser als Judas ist? Darf sie also umkehren und Vergebung erwarten? Judas hat dies nicht tun können. Er hat sich nach der biblischen Überlieferung aus Verzweiflung das Leben genommen.Ist der leere Platz des Judas Aufforderung und Mahnung, es „besser“ zu machen als Judas und den Herrn nicht zu verraten?Das Bild ist sicher für weitere Deutungen offen. So regt es nicht nur zum Widerspruch, sondern zum Nachdenken an – und eröffnet so neue Gedanken zur Gemeinschaft des Abendmahls, ohne die Kirche nicht denkbar ist.

Winfried Moselewski

Einweihung

1913 wurde die inzwischen denkmalgeschütze Christuskirche eingeweiht.

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