Neue Heizung
Holzschnitzel statt Öl
„Oh, hier riecht es ja wie in einer Sauna“, sagte jemand als wir die Treppe zum Keller hinuntergingen, um die neue Heizung zu besichtigen. Ja, das stimmt, kein Ölgeruch mehr, sondern ein angenehmer Holzgeruch liegt in der Luft. Seit November letzten Jahres ist sie in Betrieb, die neue Holzschnitzelheizung. Das Presbyterium hatte in sorgfältigen Überlegungen entschieden, sich vom Öl zu verabschieden, und das aus mehreren Gründen: eine teure Öltanksanierung hätte angestanden, aber vor allem wollten wir als umweltbewusste Gemeinde ein Zeichen setzen und nicht nur reden, sondern auch handeln. Das heißt: weg von den fossilen Brennstoffen, hin zu nachhaltiger Technologie. Denn immerhin kräht ja seit letztem Jahr auch der „Grüne Hahn“ in der Gemeinde und mahnt zu ökologischem Bewusstsein. Die neue Heizung ist nämlich CO-2-neutral und damit ausgesprochen umweltschonend. Zudem sprachen auch die Kostengründe für die Holzschnitzelheizung; denn gegenüber dem Öl werden mit der neuen Heizung ca. 60 % Heizkosten gespart!
Unser Baukirchmeister Andreas Volling hatte schnell den richtigen Mann gefunden: Alexander Bergholz. Der Lüner hat sich seit Jahren auf Biomasseheizanlagen spezialisiert. In wenigen Tagen baute er die neue Heizungsanlage ein und war bei anfänglichen kleinen Problemen sofort zur Stelle. Nun bullert sie ohne Probleme warm vor sich hin und heizt zuverlässig das Gemeindehaus. In regelmäßigen Abständen kommt ein Wagen und tankt den Kellerraum mit Holzschnitzeln. Dann riecht es im Keller besonders intensiv nach Holz. Die Holzschnitzel werden übrigens aus Receyclingware wie Einwegpaletten hergestellt oder sind Abfallprodukte aus Rohdungen. Alexander Bergholz achtet genau darauf, woher die Holzschnitzel kommen, geplant ist eine lokale Bezugsquelle.
Ob solch eine Heizung nicht Dreck macht, wurde ich gefragt. Nein, es ist nicht wie ein Kohleofen. Ca. einmal pro Woche leert unser Küster Andreas Friege die Aschenlade. Die Asche ist ein guter Blumendünger und kann auch in der Biotonne entsorgt werden. Wer vielleicht ein bisschen Asche als Dünger für den Garten haben möchte, kann sich gerne an Herrn Friege wenden.
„Die Investition hat sich gelohnt“, so lautet das einhellige Fazit des Presbyteriums nach einer dreimonatiger Erprobungsphase mit einem extrem kalten Winter. Und wenn man in den Heizungskeller geht, dann duftet es fast wie in einer Sauna.
Andrea Ohm